Freundeskreis für Cartographica

Editorial zum Sonderheft 2, 2010

Liebe Kartenfreunde,

"Belle Vue auf die Welt - 150 Jahre Kartenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin", dieses Motto war die Überschrift zu unserer Ausstellung in Schloss Bellevue und zum Tag der offenen Tür im Kartenlesesaal Haus Unter den Linden. Mit der Eröffnung der Ausstellung am 23. November 2009 und der öffentlichen Zurschaustellung unserer Leistungsfähigkeit am 28. November 2009 wurde der Gründung der Kartenabteilung vor 150 Jahren gedacht.

Insbesondere die Ausstellung an nun sehr prominenter Stelle, dem Berliner Amtssitz des Bundespräsidenten, war ein besonderer Höhepunkt. Der feierliche Rahmen der Eröffnung im Beisein des Staatssekretärs Dr. Hans-Jürgen WOLFF und des Schweizer Botschafters Dr. Christian BLICKENSTORFER sowie des ehemaligen Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Prof. Dr. Werner KNOPP und des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Kartographie Dr. Peter ASCHENBERNER wurde allein schon durch das Ambiente des so genannten Ballsaales hervorgerufen, der noch als letzter Raum die Züge aus der Entstehungszeit des Gebäudes durch den Architekten Carl Gotthard LANGHANS zeigt. Die Ausstellung selbst war im Erdgeschoss in der Galerie zwischen der Eingangshalle mit den seitlich angrenzenden Gartenräumen und dem Treppenhaus aufgebaut.

Damit die Reden der Eröffnungsfeier nochmals nachgelesen oder für die bei der Eröffnung nicht Anwesenden erstmals gelesen werden können, sind sie in diesem Sonderheft der Mitteilungen zusammengestellt. Die Beiträge beinhalten Reflexionen über die Bedeutung und den Bedeutungswandel der Kartographie oder beschreiben den Werdegang vom Ankauf der Sammlung der Familie von SCHARNHORST über das Königlich Kartographische Institut zur Kartenabteilung der Königlichen Bibliothek, die weitere Geschichte der Abteilung, ihre Stellung in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sowie in der Staatsbibliothek zu Berlin und ihre Aufgaben und Funktionen. Ferner werden die Rollen des führenden Geographen seiner Zeit Carl RITTER bei der Gründung des Instituts und des damaligen Oberbibliothekars Georg Heinrich PERTZ bei der Übernahme in die Bibliothek beleuchtet. Zum Schluss werden die ausgestellten Objekte kurz beschrieben, ihre Auswahl anhand ihnen zugeordneter Attribute erläutert und das Konzept des Aufbaus dargelegt. So hoffen wir mit diesem Sonderheft die Erinnerung an einen besonderen Anlass und an ein schönes Fest lebendig zu halten. Es ist in Ergänzung des Ausstellungskatalogs zu betrachten.

 

Editorial zum Sonderheft 1, 2006

Liebe Kartenfreunde

Geburtstage geben Anlass für individuelle Feierlichkeiten, runde Geburtstage erst recht, denn sie werden meist mit einem Fest in einem größeren Kreis oder in einem besonderen Rahmen zelebriert. In diesem Jahr darf unser Freundeskreis für Cartographica auf sein 20jähriges Bestehen zurückblicken. Grund genug, dieses Ereignis gebührend zu feiern.

Der Geburtstag eines Vereins ist ein besonderes Ereignis, denn ein Verein wird von vielen Mitgliedern getragen. Sie alle haben einen Grund zum Feiern, sich selbst zu feiern, denn ein Verein lebt von den Aktivitäten seiner Mitglieder. Um diese einmal zu würdigen, wurden sie anlässlich der 20-Jahr-Feier zur Mitarbeit an einem Sonderheft aufgerufen. Hierfür sind einige Beiträge eingegangen, die die verschiedenen Sichtweisen und Hinwendungen zur Kartographie und zum Verein darstellen. Besonders hervorgehoben werden aber unsere drei Ehrenmitglieder. Ihnen sei mit eigenen Beiträgen für Ihr Engagement herzlichst gedankt.

Den angemessenen Rahmen für die Feierlichkeiten geben die Räumlichkeiten der Villa von der Heydt, wo der Verein im Februar 1986 aus der Taufe gehoben wurde. Um das Besondere zu unterstreichen, wurde auch eine Ausstellung mit dem Thema „Kartographie und Kunst als bunte Klimazeugen“ konzipiert, die in der Kunstbibliothek der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gezeigt wird. Mit dieser interdisziplinär angelegten Ausstellung möchte der Freundeskreis die große Spannbreite kartographischer Inhalte aufzeigen, wie auch insgesamt die Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für eine universal angelegte Sammlungsaktivität stehen und noch viele Kooperationen erwarten lassen.

 

Editorial zur Ausgabe 21, 2008

Liebe Kartenfreunde,

ohne Anspruch ein Themenheft zu sein, beinhaltet die vorliegende Ausgabe der Mitteilungen vornehmlich Arbeiten zur Globenkunde. Das kommt nicht von ungefähr, denn mit dem Geschenk eines Taschenglobus von Cary durch den Freundeskreis wurde der Fokus der Kartenabteilung auf die noch fehlende Struktur für eine gezielte Globenerwerbung zum systematischen Ausbau der Sammlung gelenkt. Bislang bestand die Sammlung eher aus Einzelstücken, wobei jedoch die Tendenz zur Schwerpunktbildung auf die Berliner Globenproduktion des 19. Jahrhunderts bereits zu bemerken war. Die Sammlung war jedoch weder vom Bestand noch vom Bearbeitungsstand dazu geeignet, einen Überblick über die damaligen Verlagskonzepte zu ermöglichen. Erste Vorarbeiten hierzu waren bereits 2005 durch studentische Praktikantinnen durchgeführt worden. Der entscheidende Impuls wurde jedoch durch die Projektarbeit unserer Referendarin Frau Dr. Sonja Grund während ihres praktischen Ausbildungsjahres an der Staatsbibliothek ausgelöst. Als Kunsthistorikerin brachte sie auch einen eigenen Zugang zur Globenmaterie mit. Denn neben der kartographischen und der verlagsgeschichtlichen Sicht spielt gerade für Ausstattungsdetails der kunsthistorische Aspekt eine eigene Rolle bei der Begutachtung von Globen. Gleichzeitig hat sie eine Internetpräsentation entworfen und an der Umsetzung mitgewirkt. Aufbauend auf dieser Arbeit konnte im darauf folgenden Jahr eine fortschreitende Bearbeitung des Globenbestands vorgenommen werden, wobei auch weitere Praktikanten insbesondere an der Erstellung einer Datierungshilfe oder an der detaillierten Beschreibung der Objekte mitwirkten. Manche dabei entstandene Anregung konnte inzwischen aufgegriffen und zum Teil umgesetzt werden. Aus der Beschäftigung mit Globen folgte im Verlauf des Jahres ein gezielter Sammlungsaufbau, dessen Verfahren hier erstmals fixiert ist. Das Erwerbungskonzept wurde aber durch das verlockende Angebot der Übernahme der Sammlung Schnermann für einen wahrhaft symbolischen Preis kurzfristig verlassen. Eine Momentaufnahme des Forschungsstands über die Geschichte des Columbus-Großglobus rundet den Schwerpunkt dieses Heftes ab. Das ist insofern bemerkenswert, da bereits vor 9 Jahren eine Momentaufnahme des Wissens über noch erhaltene Exemplare in den Mitteilungen erschienen ist. Seitdem sind 11 weitere Exemplare bekannt geworden. Einleitend enthält das Heft jedoch einen Beitrag über eine besondere kartographische Ausprägung unter regionalem Fokus, der Darstellung von Pommern auf Pilgerkarten der frühen Neuzeit.

 

Editorial zur Ausgabe 20, 2007

Liebe Kartenfreunde,

Die Aktivitäten des Freundeskreises beschreiten mit der Vergabe von Stipendien neue Wege zur Unterstützung kartographischer Forschung. Sie sind nicht als Gesamtförderung eines wissenschaftlichen Vorhabens gedacht, denn dafür gibt es zahlreiche andere Einrichtungen. Vielmehr sind sie als Anreiz oder Bonbon zu verstehen, wenn die fantastischen Bestände der Kartenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin genutzt, untersucht oder analysiert werden. Um allen Mitgliedern von den Fortschritten dieser Stipendien in Kenntnis zu setzen, sind die Empfänger zur Abgabe eines Aufsatzes für die Mitteilungen verpflichtet. So finden Sie in diesem Heft den Bericht unseres ersten Stipendiaten Herrn László Pászti aus Ungarn. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass sogleich mit dem ersten Stipendium eine internationale Reichweite erzielt wurde. Es bleibt zu wünschen, dass dieser sehr positive Anfang zur Manifestation des Stipendiums beiträgt.

 

Editorial zur Ausgabe 19, 2006

Liebe Kartenfreunde,

die Kartenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin hatte im Jahr 2005 allen Grund zum Feiern. Einerseits wurde durch den Ankauf des kompletten Kartenwerks der USA im Maßstab 1:24.000 die Millionengrenze des Kartenbestands überschritten, andererseits konnte mit der Konversion unseres Zettelkatalogs (Bestände ab 1940) dank der finanziellen Unterstützung durch den Senat von Berlin begonnen werden. Beide Ereignisse waren der Grund für die Durchführung eines Tags der offenen Tür im Kartenlesesaal Haus Unter den Linden, den über 500 Personen genutzt haben, was wir als sehr positive Resonanz sehen. Diese Veranstaltung zeigte einmal mehr ein breites und allgemeines Interesse am "Kulturgut Karte", das nicht allein durch Ausstellungen zu erfüllen ist. Andererseits ist die erfreuliche Tendenz aus der Geschichtswissenschaft zu spüren, die sich vermehrt mit der Karte auseinandersetzt und sie als Quelle für ihre Fragestellungen bemüht und interpretiert. Damit träte die Kartographie aus ihrem bisherigen Schatten einer "Hilfswissenschaft" heraus, was aus unserer Sicht nur zu begrüßen ist. Möge dieser nun beginnende Ausflug der Historiker kein Kurztrip, sondern für alle Beteiligte eine lange, lehrreiche Reise werden.

 

Editorial zur Ausgabe 18, 2005

Liebe Kartenfreunde,

runde Geburtstage oder das Gedenken an berühmte Verstorbene sowie an einschneidende Ereignisse, die in Dekaden begangen werden, liefern oftmals den Rahmen für eine Würdigung oder eine Rückschau. So bilden derartige Ereignisse diesmal das Gerüst für das neue Heft der Mitteilungen. Der 200. Todestag des preußischen Kartographen Carl Ludwig von Oesfeld (2004) und der 480. Geburtstag des Zeitgenossen Gerhard Mercators, des niederrheinischen Kartographen Christian Sgrooten (2005), bieten den Anlass für die Beschäftigung mit ihrem Werk und zur Würdigung ihrer fachlichen Leistungen.

Die Bedeutung kartographischen Materials für kriegerische Auseinandersetzungen ist hinlänglich bekannt. Die Vermittlung topographischer Kenntnisse in fremdem Terrain und daraus resultierender Standortvorteile war und ist Antrieb für die Landesvermessung. Wenig bearbeitet ist dagegen das Feld der thematischen Karten aus dem militärkartographischen Bereich, die nicht eine SchIachtenordnung oder einen Frontverlauf beinhalten. Politische Brisanz beinhalten darüber hinaus Karten aus der Zeit des "Dritten Reichs", so dass bei deren Thematisierung ein sehr behutsames Vorgehen notwendig ist. Zwei Berichte bringen dabei hochinteressante Erkenntnisse ans Licht.

Auch in diesem Heft dürfen die Reportagen aus und über Ausstellungen nicht fehlen, sie sind inzwischen ein fester Bestandteil der Mitteilungen geworden. Der Zirkel des Heftes jedoch schließt sich wieder mit Geburtstagsehrungen.

 

Editorial zur Doppelausgabe 16/17, 2004

Erstmals liegt ein Doppelheft der Mitteilungen vor. Dies ist dem Verzug im Erscheinen geschuldet, der in dieser Form ausgeglichen werden soll. Zwei Beiträge dieses Heftes sind mit Buch­präsentationen verbunden, die in der Staatsbibliothek zu Berlin stattfanden. Einerseits hat der Archiv-Verlag, Braunschweig, das Berliner Exemplar des »Großen Deutschen Kolonialatlas« als Reprint auf den Markt gebracht; hierzu hat Dr. Imre Josef Demhardt den Festvortrag gehalten. Andererseits konnte mit dem Band »Königsberg und sein Umland« ein weiteres Verzeichnis der Öffentlichkeit übergeben werden, das die reichhaltigen Schätze der Bibliothek präsentiert. Zu diesem Anlass hat unser Mitglied Dr. Eckhard Jäger mit dem hier abgedruckten Vortrag den würdigen Rahmen gegeben.

Eine ansehnliche Zahl von Berichten ist auch diesmal wieder zusammengekommen, die die Vielfalt der Kartographie darstellen. Es ist erfreulich festzustellen, dass einige Berichte Eindrücke von Kartenausstellungen wiedergeben. Scheinen sie doch ihre Position in der großen bunten Ausstellungswelt zu finden und zu festigen.